» Mehr als Mitmachen – mobile und digitale Jugendbeteiligung in Brandenburg «

Brandenburg in Bewegung – eine digitale Infopyramide über Zuwanderung und kulturelle Vielfalt in Brandenburg

Französische Glaubensflüchtlinge, jüdische Glaubensflüchtlinge aus Österreich, Schweizer Bauern, böhmische Glaskünstler, französische Strumpfwirker, Lütticher Waffenmeister – jahrhundertelange Zuwanderung prägte das heutige Brandenburg fast mehr als die natürliche Bevölkerungsentwicklung. Die brandenburgische Realität besteht in der gleichzeitigen Existenz verschiedener europäischer Kulturen und ihrer Nachkommen. Viele sind sich dieser kulturellen Vielfalt nicht bewusst. Mit unserem Projekt “Brandenburg in Bewegung – eine digitale Infoleinwand über Zuwanderung und kulturelle Vielfalt in Brandenburg“ (AT) wollen wir junge Menschen für diese Themen sensibilisieren. Die Ergebnisse werden in Form einer digitalen Infopyramide und einem Bildschirm als Installation visualisiert.

Zunächst sollen Schüler*innen des Medien und Kommunikationsprofils am Leonardo da Vinci Campus Nauen die verschiedenen Zuwanderungsströme in Brandenburg ergründen und den Austausch von Wissen und kulturellen Errungenschaften genauer untersuchen. Dazu gehört natürlich auch die Auseinandersetzung mit “Kolonisten Sachen”, die sogenannten Edikte, die zur Anwerbung von Fachkräften und deren Rechte im Siedlungsgebiet dienten; die Bedeutung der Fachkräfte für die Wirtschaft; aber auch Themen, wie die nachweisliche Bereicherung des märkischen Speisezettels durch die sogenannten Kolonisten. Mit der Ansiedlung schweizerische und holländischen Familien sollte zum Beispiel die Milchwirtschaft in Brandenburg verbessert und die Vielfalt an Milchprodukten gesteigert werden. Der Anbau von Gemüsesorten wie Blumenkohl, Spargel und grünen Bohnen geht auf die hugenottischen Einwanderer zurück. Zuwanderer in der Frühen Neuzeit hinterließen aber auch häufig ihre Spuren in geographischen Namen. Man denke nur an Neuholland, Französisch-Buchholz, Croustillier und Vevais oder auch an Bezeichnungen, die Auskunft über die Bewohner eines Stadtteils geben, wie etwa der Judenhof in Perleberg.

Ziel des Projekts ist es, die SchülerInnen des Medien- und Kommunikationsprofils und vor allem jungen Leuten die Zuwanderung aus den verschiedenen europäischen Ländern auf verschiedenen Sinneskanälen näher zu bringen und die tiefgreifenden Veränderungen verständlich, nachhaltig und unterhaltsam zu vermitteln.
Durch die Entwicklung der multimedialen Inhalte, die gestalterische Umsetzung, die Entwicklung des Konzepts, die Programmierung der digitalen Oberfläche und den Kontakt zu Studierenden, Workshopleitern und Vertretern der Kreativbranche erhalten die Jugendlichen berufsvorbereitende Einblicke, erlernen verschiedene Kompetenzen und produzieren ein nachhaltig nutzbares Produkt. Im Zentrum steht dabei immer ein lebendiger und realitätsnaher Austausch zwischen Schule, Wissenschaft und Technik.

Fähigkeiten

Gepostet am

22. September 2019

Kommentar absenden

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.